1. Quartal 2017: Zahlen, Daten, Fakten zum Hamburger Büromarkt

Fulminanter Jahresauftakt für den Büromarkt der Hansestadt. Mit einer Vermietungsleistung von ca. 165.000 m² im ersten Quartal konnte das Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 57 % gesteigert werden. Aufgrund der anhaltend guten Nachfrage und der hohen Abschlussfreudigkeit der Hamburger Büromieter ist ein Gesamtjahresumsatz von über 500.000 m², wie in den drei Vorjahren, auch für 2017 durchaus realistisch. Allerdings bleibt abzuwarten, inwieweit durch das immer geringer werdende Büroflächenangebot mögliche Anmietungen nicht zustande kommen oder sich zeitlich verzögern.

Die meisten Mietverträge wurden bislang im Flächensegment zwischen 250 und 700 m² abgeschlossen. Die in diesem Bereich erwirtschaftete Vermietungsleistung von
ca. 31.300 m² bedeutet jedoch nur einen Umsatzanteil von 19 %. Der größte Anteil am Gesamtflächenumsatz entfällt mit 59 % (ca. 97.400 m²) auf das Segment über 1.500 m². Aktivste Branche war der Sektor Bildungseinrichtungen mit ca. 22.600 m². Dahinter folgen nahezu gleichauf die öffentliche Hand (ca. 19.400 m²), die Beratungsbranche (ca. 19.000 m²) sowie der Dienstleistungssektor (ca. 18.700 m²). Insgesamt beträgt der Anteil der Top-Ten-Branchen am Gesamtflächenumsatz 76 %.

Leerstandsquote knapp unter 5 %

Das Angebot an freien Büroflächen nimmt in Hamburg weiter ab. Gegenüber dem Vorquartal verringerte sich der Büroflächenleerstand von ca. 697.000 m² auf ca. 660.000 m². Bei einem Gesamtflächenbestand von ca. 13.450.000 m² entspricht dies einer Leerstandsquote von 4,9 %. Die derzeitige Leerstandsentwicklung geht für Büromieter mit der Anforderung einher, sich frühzeitig – mindestens 12 Monate vor Vertragsende - um die Umsetzung ihrer Anmietungspläne zu kümmern. Andernfalls kann es immer öfter passieren, dass die passenden Büroflächen bereits vergeben sind und die Unternehmen größere Kompromisse eingehen müssen.

Durschnittsmiete für Büros steigt moderat an

Mit einer zusätzlichen Verschärfung des Konkurrenzkampfes um die besten Büroflächen ist zudem ab 2020 zu rechnen. Aufgrund fehlender oder zu teurer Baugrundstücke gibt es nach jetzigem Stand nur eine verschwindend geringe Anzahl an Neubauprojekten, die nach 2019 realisiert  werden. Erst wenn die Mieten signifikant steigen, wird sich der Bau eines Bürogebäudes für Projektentwickler rechnen. Aktuell blieb die Spitzenmiete im Verlauf des ersten Quartals stabil und beträgt somit weiterhin 25,50 €/m². Immerhin einen moderaten Anstieg gab es bei der Durchschnittsmiete, die sich von 14,70 €/m² auf 14,90 €/m² erhöhte.

Größter Deal in der Hamburger City Nord

 

Die größte Anmietung wurde im ersten Quartal von der Universität Hamburg mit ca. 19.740 m² am Überseering in der City Nord getätigt. Insgesamt wurden in dem Stadtteil ca. 27.100 m² umgesetzt, was Platz drei im Standort-Ranking bedeutet. Platz eins hat einmal mehr die City mit ca. 46.400 m² inne. Ohne gerade die an diesem Standort besonders gravierende Verknappung an großen zusammenhängenden Büroflächen hätte das Ergebnis auch deutlich höher ausfallen können. Aufgrund der aktuellen Leerstandssituation in der City weichen Büromieter zunehmend auf Bürolagen wie die City Süd, HafenCity oder den Hafenrand aus.