1. Quartal 2017: Zahlen, Daten, Fakten zum Berliner Büromarkt

Die Nachfrage nach Büroflächen bleibt in der Hauptstadt ungebrochen hoch. Dem steht allerdings das zunehmend geringere Angebot an größeren zusammenhängenden Flächen innerhalb des Berliner S-Bahn-Ringes entgegen. „Daraus resultiert auch, dass zum Jahresbeginn gerade einmal drei Abschlüsse über 5.000 m² registriert werden konnten“, sagt Tibor Frommold, Vorstand der Angermann Real Estate Advisory AG Berlin. Die größte Anmietung entfällt dabei mit ca. 47.000 m² auf den Eigennutzer-Deal der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in der Puschkinallee in Berlin-Treptow. Die meisten Büroflächen wurden im Segment zwischen 500 m² und 1.000 m² angemietet.

Prognose Büroflächenumsatz 2017: 650.000 m² - 700.000 m²

Insgesamt beläuft sich die Vermietungsleistung im ersten Quartal auf ca. 197.000 m², was verglichen mit dem sehr guten Ergebnis aus dem Vorjahreszeitraum einen moderaten Rückgang von 7 % bedeutet. „Für das Gesamtjahr ist nicht damit zu rechnen, dass der Berliner Rekordumsatz von 2016 erneut erreicht wird. Realistisch erscheint nach jetzigem Stand aber in jedem Fall ein Büroflächenumsatz zwischen 650.000 m² und 700.000 m², womit das Ergebnis immer noch deutlich höher als der Zehn-Jahres-Durchschnitt von ca. 588.000 m² ausfallen würde“, so Frommold.

Leerstandsquote für Büroimmobilien auf historischem Tief von 2,7 %

Die Entwicklung des Leerstands gestaltet sich weiterhin dramatisch. Trotz der Erhöhung des Gesamtflächenbestandes um ca. 100.000 m² auf ca. 21.200.000 m² konnte der rückläufige Trend erneut nicht gestoppt werden. Nach dem ersten Quartal 2017 beträgt der Leerstand nunmehr ca. 580.000 m² (Q4 2016: ca. 650.000 m²). Die Leerstandsquote befindet sich damit auf einem historischen Niedrigniveau von 2,7 %. „Problematisch ist diesbezüglich auch, dass selbst die Neubauprojekte die 2018 und 2019 fertiggestellt werden den enormen Flächenbedarf nicht decken können. Eine weitere Reduzierung des Leerstands wird zukünftig bei gleichbleibender Nachfrage somit nicht aufzuhalten sein. Ab dem Geschäftsjahr 2018 werden sich viele Mietinteressenten deshalb mit der Tatsache beschäftigen müssen, dass bei einer Größenordnung ab 3.000 m² statt eines Komplettumzuges nur eine Anmietung von Erweiterungsflächen möglich sein wird, “ erklärt Frommold.

Spitzen- und Durchschnittsmieten für Büroflächen steigen weiter

Die anhaltend gute Nachfrage bei zunehmender Angebotsknappheit sorgt derzeit für eine stetige Erhöhung der Mietpreise. So verzeichnete die Spitzenmiete im Ostteil der City gegenüber dem Vorquartal einen Anstieg von 26,20 €/m² auf 27,80 €/m². Im Westteil der City beläuft sich der Wert nunmehr auf 28,50 €/m², nachdem er im vierten Quartal 2016 noch 27,50 €/m² betrug. Die Durchschnittsmiete steigerte sich in diesem Teil der Stadt ebenfalls und beträgt nunmehr 16,50 €/m² statt 16,20 €/m². Im Ostteil erhöhte sich die Durchschnittsmiete von 15,90 €/m² auf 16,10 €/m². „Auch in den kommenden Monaten ist mit einem weiteren Anstieg der Spitzen- und Durchschnittsmiete zu rechnen“, prognostiziert Frommold.


Berlin-Mitte zählt weiterhin zu den begehrtesten Bürostandorten

Im Standortranking hat Berlin-Mitte mit einem Flächenumsatz von ca. 66.200 m² einmal mehr die Nase in der Hauptstadt vorn. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet das Ergebnis jedoch ein deutliches Minus von 28 %. „An kaum einem anderen Berliner Bürostandort führt die Flächenverknappung zu so einer Diskrepanz zwischen vorhandenem Angebot und Nachfrage“, so Frommold.

IT- und Multimediasektor mietet am meisten Bürofläche

Anmietungsfreudigste Branchen waren im bisherigen Jahresverlauf der IT- und Multimediasektor, die öffentliche Hand sowie die Dienstleistungsbranche. Darüber hinaus unterstreicht Berlin weiterhin seine Rolle als einer der führenden Metropolen für Gründer in Europa. „Viele der ansässigen Start-ups verzeichnen eine hohe Expansionsrate und somit einen wachsenden Flächenbedarf. Zu den beliebtesten Standorten der Start-up Szene zählen neben Mitte auch Wedding, Prenzlauer Berg und  Kreuzberg“, sagt Frommold. Dies zeigt auch die jüngste Anmietung von Zalando über weitere 34.000 m² Bürofläche in der Cuvrystraße 50-51 in Kreuzberg ("Cuvry Campus"). Diese wird Zalando komplett beziehen.