Die derzeitigen Entwicklungen im Gesundheitswesen werden in den nächsten Jahren umfassende Veränderungen im Krankenhausmarkt bewirken. Die DRG´s (Diagnosis Related Groups / Fallpauschalen) verursachen einen enormen Kostendruck bei den Krankenhäusern. Zusätzlich führen steigende Tariflöhne, höhere Energiekosten sowie ein größerer Personal- und Sachmittelbedarf aufgrund steigender Behandlungsfälle zu erheblichen Kostensteigerungen in den Kliniken. Weil die Budgets für Krankenhausleistungen gedeckelt sind, werden im Jahr 2008 die Kosten der Krankenhäuser voraussichtlich zwischen 1,3 und 2,2 Mrd. Euro über den Einnahmen liegen1). Das entspricht 2 bis 3 % des bisherigen Budgets der Kliniken. Bleibt es bei dieser Entwiscklung, so sind 40 % der Kliniken bis zum Jahr 2020 von der Insolvenz bedroht, sofern keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Trotz Bettenabbau, Liegezeitverkürzung und Behandlungsfallzahlzunahme konnte eine Unterfinanzierung nicht vermieden werden.
Die Fakten:
- In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Krankenhausbetten um fast 16% (-105 914) gesunken.
- Die Zahl der Krankenhäuser ist im gleichen Zeitraum nur um 0,7% (-169) gesunken.
- Die stationären Behandlungsfälle stiegen um 18,4%, was 2,5 Millionen Fällen pro Jahr entspricht
- Der Personalkostenanteil ist trotz der gestiegenen Arbeitsbelastung ebenfalls seit Jahren rückläufig. Betrug er noch im Jahr 1995 noch 66,8%, so waren es 2006 nur noch 62,9%
- Reduktion der durchschnittlichen stationären Verweildauer in den letzen 10 Jahren um 30,8% von 14,6 auf 10,1 Tage
Um mit weniger Betten mehr Patienten in kürzerer Zeit behandeln zu können, sind erhebliche Investitionen in infrastrukturelle und organisatorische Bereiche zwingend notwendig. Der Investitionsstau in den Krankenhäusern beläuft sich jedoch auf 30 bis 50 Milliarden Euro. Als Folge sind Verkäufe und Privatisierungen zahlreicher Kliniken zu erwarten. Insbesondere Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft werden hiervon betroffen sein, da hier der Unterschied zwischen Investitionsbedarf und den zur Verfügung stehenden Mitteln am größten ist. Zusätzlich öffnet sich durch neue gesetzliche Vorgaben der ambulante Markt für stationäre Leistungsanbieter.
Vor diesem Hintergrund stehen Krankenhäuser in einem schärfer werdenden Wettbewerb und müssen ihr Versorgungsangebot sowie ihre Marktposition den geänderten Gegebenheiten anpassen. Die Verzahnung zwischen stationärer und ambulanter Behandlung zeigt neue Möglichkeiten auf, sich im Wettbewerb zu differenzieren.
Angermann & Partner
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